Meine ersten Erfahrungen mit dem PC
Geschrieben von Martin Stuphann ( 4058641 ),
2010-04-19
Meine ersten Erfahrungen mit dem PC
Es war Mitte der 80er Jahre (wahrscheinlich 1985), als wir uns im Freundeskreis über Computer unterhielten. Einer meiner Freundes Vater hatte einen PC und er schilderte uns von seinen ersten „Berührungen“ mit diesem mysteriösen Ding. Wir anderen konnten kaum glauben, dass das überhaupt wahr sein konnte. Wer bitte hat schon einen eigenen Computer? So was haben doch nur große Firmen.
Außerdem konnten wir uns nicht vorstellen, wie unser Freund einen solchen PC überhaupt zu bedienen wusste. Das war noch alles andere als kinderleicht, man musste Befehle eingeben und diese auch noch kennen. Tja, das gute alte MSDOS.
Später dachte ich mir, so müssen sich meine Eltern gefühlt haben, als sie in ihrer Kindheit über Fernseher sprachen.
Zirka zur Zeit des Tschernobylunfalls 1986 erzählte mir der Freund mit dem Computer, dass er Spiele hat und ob ich nicht mal kommen wolle um mitzuspielen. Ich fragte mich, wie ich selber auf einem PC spielen sollte, wenn ich gar nicht weiß, wie man mit damit umgeht.
Aber dann stand er vor mir, ein Personal-Computer! Ein wuchtiges Bildschirmgehäuse (obwohl der Schirm selbst relativ klein war) und ein mächtiger Tower daneben. Es war total aufregend, mit anzusehen, wie der PC hochfuhr (heutzutage wäre man bei der Geschwindigkeit mit Sicherheit eingeschlafen). Dann tippte mein Freund ein paar wirr wirkende Buchstaben- und Zeichenkombinationen ein und es erschien eine Grafik, ein Labyrinth mit verschiedenen Punkten darin. Und so spielten wir Pacman. Nur mit den Pfeiltasten natürlich, eine Mouse war noch nicht dabei.
Meine Faszination vom PC war geboren.
Vor allem spielerisch machte ich so die ersten PC-Erfahrungen mit Tetris, Sokoban, usw. All diese Programme hatten locker auf 8 Zoll großen Disketten mit einer Kapazität von 1,44 MB Platz. Um die Spiele zu starten, waren mir die ersten DOS-Befehle auch schnell bekannt.
Ein schon aufwendiger gestaltetes Spiel mit, für damals, toller Grafik, aber immer noch einfarbig wurde 1989 mein Lieblingsspiel: Test Drive – Das Duell. Stunden verbrachte mein Freund und ich vorm PC, bis uns seinen Vater vertrieben, da er den PC für seine Arbeiten benötigte.
Als ich Ende der Achtziger Jahre in die höhere technische Lehranstalt kam, lernte ich alle weiteren DOS-Befehle und erlangte in der Folge auch die ersten Programmiersprachenkenntnisse. Es war alles noch sehr trocken, auch wenn ich stolz war, wenn die selbst geschriebenen Programme so liefen, wie ich das wollte.
Endlich bekam mein Freund einen eigenen Computer und so konnten wir noch mehr ungestört programmieren und spielen. „MadTV“ und „Der Planer“ waren nun unsere Game-Favoriten.
Bald war klar, dass ich selbst einen PC zu hause brauchte. Und mit dem Argument, dass ich schulische Übungen zu hause machen kann, kauften mir meine Eltern meinen ersten eigenen Personal-Computer mit einem 386er Prozessor. Ich konnte es kaum erwarten, das Ding aufzustellen und die ersten Programme zu installieren. Nun war ich unhabhängig von meinem Freund und der Schule und konnte selbst nach belieben am PC werken. Mein erster Bildschirm war nicht wie die meisten schwarz-grün sondern schwarz-orange. Fand ich damals angenehmer.
Nebenbei ratterte mein Nadeldrucker, denn ich mit dem 386er dazu erwarb.
Ich fing an, alles Mögliche elektronisch zu erfassen. Tagebuch, Comicsammlung, Zigarettenschachtel-Sammlung, usw.
Multiplan (Vorgänger von Excel), Wordstar (Vorgänger von Word) und Norton Commander (ein Filemanager, der die Organisation von Dateien und Ordner unter MSDOS sehr erleichterte) waren meine gängigsten Programme.
1992 kam Windows 3.1. Eine Revolution für die Bedienung des PCs.
Um das neue Betriebsystem verwenden zu können, war es für mich klar, ein neues Computerset zuzulegen. Der einfarbige Bildschirm hatte sowieso schon längst ausgedient. Da zu dieser Zeit die ersten Intel Pentium PC auf den Markt kamen, war meine Überlegung, entweder einen 486er von AMD oder einen ganz neuen Pentium. Auf Grund des niedrigeren Preises – ich war ja noch Schüler – entschied ich mich für den 486er, der ebenso wie der erste Pentium eine Taktrate von stolzen 66 MHz hatte und eine Festplatte mit 120 MB. Winzig, aber damals brachte ich auch diesen Speicher kaum voll.
Übrigens: Pentium beinhaltet das griechische Wort Penti = fünf und setzte sich als Name (statt 586er) als Nachfolger der 486er CPU durch.
Mitte der 90er Jahre begann ich, mit Grafikprogrammen zu arbeiten. Im speziellen Layouts für selbst aufgenommene Musikkassetten und später für gebrannte Musik-CDs. Schon früh begeisterten mich die unendlichen Möglichkeiten des Designens mit dem Computer.
Die bessere Arbeitsleistung meines nächsten PCs, einem Pentium Pro, machte es möglich, immer aufwendigere Grafiken zu erstellen.
Dieser lief dann schon mit Windows 95 – ein weiterer Meilenstein in der Betriebsystementwicklung. (Gut, es basierte immer noch auf MSDOS. Da war es nicht schlecht, die alten Befehle noch zu kennen, denn die brauchte man schon des Öfteren).
Besonders der Marktstart der neuen Windowssoftware begeisterte mich. Nicht nur, weil es wieder etwas völlig Neues war, sondern weil der Werbejingle mit dem Song „Start me up“ von den Rolling Stones, einer meiner absoluten Lieblingsbands, hinterlegt wurde.
Windows 95 hatte auch schon Tools für das Internet inkludiert. Doch was sich da genau dahinter verbirgt, könnte ich damals noch nicht erahnen. Ich kannte gerade mal lokale Netzwerke, da wir in der HTL damit arbeiteten.
Meine erste Bekanntschaft mit dem Internet machte ich also erst später. Aber das ist eine andere Geschichte ... (in diesem Blog)
Wie sind Eure Erinnerungen an das „erste Mal“?
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